Löbbeckes Villa heute und um 1930
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Löbbeckes Villa Die SS-Gruppe Nordwest unter Friedrich Jeckeln In der Villa Loebbecke war zeitweilig der Braunschweiger SS-Abschnitt IV (1933 zur "SS-Gruppe Nordwest" erhoben) untergebracht, bevor später das Landschaftliche Haus zum Dienstsitz der SS in Braunschweig und die Villa Loebbecke als Dienstwohnung für SS-Angehörige genutzt wurde. Der Kommandobereich der SS-Gruppe Nordwest unter Führung von Friedrich Jeckeln umfasste Braunschweig, Hannover und Oldenburg. Aus einem Verzeichnis der SS-Dienststellen geht hervor, dass ab 1937 der SS-Abschnitt IV seinen Sitz in Hannover hatte und in Braunschweig der übergeordnete SS-Oberabschnitt Mitte angesiedelt war. Heinrich Himmler, "Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei", verlangte von den Mitgliedern der SS bedingungslose Treue und unbedingten Gehorsam. So unterstanden ihm auch die regionalen Befehlshaber direkt und wurden häufig versetzt, damit sich an der Basis keine eigenständigen Machtzentren bilden konnten. Im November 1937 ernannte Himmler die Kommandierenden der SS-Oberabschnitte zusätzlich zu Höheren SS- und Polizeiführern (die nach Kriegsbeginn in jedem Wehrkreis und in den besetzten Gebieten als persönliche Stellvertreter Himmlers fungierten). Mit dieser Maßnahme wurde eine noch engere Verbindung von Partei und Staat angestrebt. Im Land Braunschweig hatte Friedrich Jeckeln diese Verbindung von staatlicher Funktion und Parteiamt bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorweggenommen - ab Juni 1933 war Jeckeln zugleich Chef der Braunschweigischen Landespolizei und SS-Gruppenleiter in Braunschweig. In dieser Funktion trug er entscheidend zur Durchsetzung und Stabilisierung der nationalsozialistischen Herrschaft in Braunschweig bei. In den Jahren 1941 bis 1945 war Jeckeln in der besetzten Sowjetunion für die Organisation der Massenmorde an Juden und die grausame Ermordung von 25.000 Menschen im Ghetto Riga verantwortlich. Quellen/Literatur:
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